Neue Meeresbodenkarte zeigt Tausende von Meeresbergen

Weite unerforschte Gebiete des Ozeans wurden nun mit neuen Satellitendaten kartiert und Wissenschaftler haben neben einem ausgestorbenen, sich ausbreitenden Rücken im Golf von Mexiko Tausende von bisher unerforschten Meeresbergen entdeckt. Die Studie wurde in der Zeitschrift veröffentlichtWissenschaftam 3. Oktober 2014.


Satellitenmodell des Nordatlantiks. Bildquelle: David Sandwell, Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego.

Satellitenmodell des Nordatlantiks. Bildquelle: David Sandwell, Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego.

Die Kartierung des Meeresbodens wird normalerweise mit Sonartechnologie an Bord von Schiffen durchgeführt. Sonar sendet Schallwellen aus, die vom Meeresboden abprallen, und Wissenschaftler können den Meeresboden kartieren, indem sie analysieren, wie lange die Schallwellen brauchen, um zum Schiff zurückzukehren. Längere Reisezeiten weisen auf tiefere Bereiche des Meeresbodens hin, während kürzere Reisezeiten auf flachere Bereiche hinweisen. Diese Sonartechnologie ist eine hervorragende Möglichkeit, hochauflösende Karten zu erstellen, die Dinge wie versunkene Schiffe erkennen können, aber sie funktioniert nicht sehr gut bei der Kartierung geologischer Strukturen, die unter den Bodensedimenten liegen. Außerdem sind Schiffe nicht immer in der Lage, abgelegene Gebiete des Ozeans zu erreichen. Daher bleiben viele der Ozeanbecken der Erde nicht kartiert.


Um ein vollständigeres Bild der Ozeanbecken der Erde zu erhalten, haben Wissenschaftler aus der ganzen Welt daran gearbeitet, Satellitendaten zur Kartierung des Meeresbodens zu verwenden. Satellitendatenerfassungwinzige Veränderungen des Meeresspiegels, und nachdem die Auswirkungen von Wellen berücksichtigt wurden, können Wissenschaftler diese Daten jetzt verwenden, um Schwerkraftanomalien zu erkennen, die durch Unterwasserberge und andere geologische Merkmale verursacht werden. Mit dieser Technologie und zusammen mit fortschrittlichen Datenverarbeitungstechniken konnten sie einneue satellitengestützte Ozeankartedas war zweimal genauer als frühere Karten, die mit Satellitendaten erstellt wurden.

Die neue Meeresbodenkarte wurde mit Daten des CryoSat-2-Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation und des Jason-1-Satelliten erstellt, der gemeinsam von der US-amerikanischen National Aeronautics and Space Administration (NASA) und dem französischen Centre National d'Etudes Spatiales (CNET) verwaltet wird. .

Künstlerische Zeichnung des Satelliten Jason-1. Bildquelle: NASA.

Künstlerische Zeichnung des Satelliten Jason-1. Bildquelle: NASA.

David Sandwell, Hauptautor der Studie und Ozeanograph an der Scripps Institution of Oceanography, kommentierte die Ergebnisse in aPressemitteilung. Er sagte:




Die Dinge, die Sie jetzt sehr deutlich sehen können, sind abgrundtiefe Hügel, die am häufigsten vorkommende Landform auf dem Planeten.

Abyssal Hills sind relativ kleine geologische Strukturen mit einer Höhe von etwa zehn Metern bis zu mehreren hundert Metern. Seamounts, die mindestens 1.000 Meter hoch sind, waren auch auf der neuen Karte prominente Merkmale, und die Wissenschaftler schätzen, dass sie Tausende dieser bisher unbekannten Unterwasserberge entdeckt haben.

Die Satellitendaten konnten sogar einen erloschenen sich ausbreitenden Rücken im Golf von Mexiko entdecken, der tief unter dicken Sedimentschichten liegt. Es wird angenommen, dass der Rücken ein aktives Gebiet war, in dem sich der Meeresboden vor etwa 150 Millionen Jahren ausbreitete, sagen die Wissenschaftler.

Satellitenmodell eines sich langsam ausbreitenden Rückens im Indischen Ozean. Bildquelle: David Sandwell, Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego.

Satellitenmodell eines sich langsam ausbreitenden Rückens im Indischen Ozean. Bildquelle: David Sandwell, Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego.


Don Rice, Programmdirektor der Division of Ocean Sciences der National Science Foundation (NSF), kommentierte die Bedeutung der neuen Erkenntnisse. Er sagte:

Das Team hat ein leistungsstarkes neues Werkzeug für die hochauflösende Exploration regionaler Meeresbodenstrukturen und geophysikalischer Prozesse entwickelt und erprobt. Diese Fähigkeit wird es uns ermöglichen, ungelöste Fragen zu überdenken und zu bestimmen, worauf wir künftige Sondierungsarbeiten konzentrieren sollten.

Die Daten der neuen Karte werden in die Ozeankartierungssoftware von Google integriert.

Weitere Mitautoren der Studie waren R. Dietmar Müller, Walter Smith, Emmanuel Garcia und Richard Francis.


Die Studie wurde von der National Science Foundation, der National Geospatial-Intelligence Agency und Conoco Phillips finanziert.

Fazit: Eine neue globale Karte des Meeresbodens wurde in der Zeitschrift veröffentlichtWissenschaftam 3. Oktober 2014. Die Karte wurde mit Daten der Satelliten CryoSat-2 und Jason-1 erstellt. Während des Kartierungsprozesses wurden mehrere neue geologische Merkmale entdeckt, darunter Tausende von zuvor unbekannten Seamounts.

Seamounts und Kuppen sind weitgehend unbekannte Meeresoasen

Eisen aus Saharastaub hilft bei der Düngung des Atlantiks

Eine Folge der zunehmenden Ozeanversauerung: Ängstliche Fische