Treffen Sie den Mikroorganismus, der gerne Meteoriten frisst

Graue felsartige Fragmente auf dunklem Hintergrund.

Meteoritenstaubfragmente kolonisiert undbioverarbeitetdurch die Mikrobe M. sedula. Bild über Tetyana Milojevic/Universität Wien.


Du musst essen um zu leben. Das ist nicht nur für den Menschen eine Binsenweisheit, sondern auch für andere Lebensformen, einschließlich Mikroben. Jetzt hat ein internationales Team von Wissenschaftlernangekündigteine neue Studie, die zeigt, dass mindestens eine Art irdischer Bakterien eine Vorliebe für außerirdische Nahrung hat: Meteoriten oder Gesteine ​​aus dem Weltraum. Diese Mikroben scheinen sogarvorziehenWeltraumfelsen zu ihrer üblichen irdischen Kost von irdischen Felsen.

Das faszinierendepeer-reviewedErgebnisse warenveröffentlichtinWissenschaftliche Berichte(eine Veröffentlichung der ZeitschriftNatur) am 2. Dezember 2019.


AstrobiologeTetyana Milojevicder Universität Wien in Österreich leitete die Forschung, die zeigte, dass ein altes einzelliges Bakterium, bekannt alsPollen von Metallosphaera(M. fleißig) kann nicht nur Material in Meteoriten zu Nahrungszwecken verarbeiten, sondern wird Meteoriten sogar schneller besiedeln als irdisches Gestein.

M. sedula gehört zu einer Bakterienfamilie, die als . bekannt istlithotrophs; das heißt, sie beziehen ihre Energie aus anorganischen Quellen. Der Begriff „lithotroph“ wurde aus den griechischen Begriffen „lithos“ (Felsen) und „troph“ (Verbraucher) abgeleitet, was „Felsfresser“ bedeutet.

Für diese Studie führten die Forscher Tests an Material eines Meteoriten mit der Bezeichnung Nordwestafrika 1172 (NWA 1172). Sie fanden heraus, dass die Mikroben das Material viel schneller besiedelten als terrestrisches Material.

Quadrate mit verschiedenfarbigen Ovalen darin.

Grafik, die die Aufnahme von anorganischem Material durch die Mikrobe M. sedula im Meteoriten NWA 1172 zeigt. Image via Tetyana Milojevic/Universität Wien.




Wie Milojevic in a . sagteStellungnahme:

Meteoriten-Fitness scheint für diesen uralten Mikroorganismus vorteilhafter zu sein als eine Ernährung mit terrestrischen Mineralquellen. NWA 1172 ist ein multimetallisches Material, das viel mehr Spurenmetalle liefern kann, um die Stoffwechselaktivität und das mikrobielle Wachstum zu erleichtern. Darüber hinaus könnte die Porosität von NWA 1172 auch die überlegene Wachstumsrate von M. sedula widerspiegeln.

Dies ist sicherlich interessant, was darauf hindeutet, dass M. sedula tatsächlich das Material aus dem Weltraum seinen lokalen, selbst angebauten, irdischen Nahrungsquellen vorzieht.

Graue Oberfläche mit runden Knötchen.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme des Meteoriten NWA 1172, die die Besiedlung von M. sedula-Mikroben zeigt. Bild via Tetyana Milojevic/ Universität Wien/Tägliche Post.


Wie kamen die Wissenschaftler zu diesen Erkenntnissen?

Sie untersuchten die Meteoriten-Mikroben-Grenzfläche beiNanometerMaßstab – ein Milliardstel Meter – und verfolgten den Verbrauch des Materials und untersuchten dieEisen-RedoxVerhalten. Redox ist eine Art chemischer Reaktion, bei der die Oxidationsstufen von Atomen geändert werden, und ist in biologischen Prozessen üblich. Durch die Kombination mehrerer analytischerSpektroskopieTechniken mit Transmissionselektronenmikroskopie fanden sie eine Reihe biogeochemischer Fingerabdrücke, die beim Wachstum von M. sedula auf dem Meteoriten hinterlassen wurden. Wie Milojevic erklärte:

Unsere Untersuchungen bestätigen die Fähigkeit von M. sedula, die Biotransformation von Meteoritenmineralien durchzuführen, mikrobielle Fingerabdrücke zu entschlüsseln, die auf Meteoritenmaterial hinterlassen wurden, und liefern den nächsten Schritt zum Verständnis von MeteoritenBiogeochemie.

Frau mit Zaun hinter ihr.

Tetyana Milojevic von der Universität Wien, die die Studie leitete. Bild überUniversität Wien.


Es ist interessant, dass irdische Mikroben meteorisches Material für Nahrung und Energie verwenden könnten, also was ist mitüberirdischMikroben? Diese Studie befasst sich nicht mit Beweisen für die Biologie von Außerirdischen in den Meteoriten, obwohl solche Entdeckungen bereits früher behauptet wurden, wie zum Beispiel beim MeteoritenALH84001 im Jahr 1996. Es ist jedoch nicht schwer vorstellbar, dass außerirdische mikroskopische Lebensformen das Gleiche tun könnten, wenn sie jetzt oder in der Vergangenheit vorhanden waren.

Der Befund hat auch Auswirkungen auf das Potenzial außerirdischer Materialien als Nährstoff- und Energiequelle für Mikroorganismen auf der frühen Erde vor Milliarden von Jahren. Damals war der Meteoritenbeschuss viel schwerer als heute. Könnten primitive Mikroben Meteoriten damals als Nahrungsquelle genutzt haben? Spielten Meteoriten eine entscheidende Rolle für das Wachstum und die Entwicklung des Lebens auf der Erde, indem sie Nährstoffe lieferten? Es scheint auf jeden Fall plausibel.

Fazit: Eine neue Studie zeigt, dass mindestens eine Mikrobenart auf der Erde nicht nur gerne Material in Meteoriten frisst, sondern es sogar bevorzugt.

Quelle: Erforschung der mikrobiellen Biotransformation von extraterrestrischem Material im Nanometerbereich

Via Universität Wien