Astronomen beobachten mysteriöse Winde von einem T-Tauri-Stern

Künstlerische Darstellung des T Tauri Sterns AS 205 N und seines Begleiters. Neue ALMA-Daten deuten darauf hin, dass die Scheibe um den Stern möglicherweise Gas über einen Wind ausstößt. Bildnachweis: P. Marenfeld (NOAO/AURA/NSF)

Künstlerische Darstellung des T Tauri Sterns AS 205 N und seines Begleiters. Wissenschaftler glauben nun, dass die planetenbildende Scheibe in diesem sehr jungen Sonnensystem möglicherweise Gas über einen Wind ausstößt. Illustration über P. Marenfeld/ NOAO/AURA/NSF


Astronomen, die das ALMA-Teleskop in Chile verwenden, haben beobachtet, was ihrer Meinung nach die ersten Anzeichen dafür sein könntenWindeum einen T Tauri Stern. Das ist ein Stern, der eine Säuglingsversion unserer eigenen Sonne ist. DieseWindekönnte helfen zu erklären, warum einige T-Tauri-Sterne Scheiben haben, die im Infrarotlicht seltsam leuchten, während andere auf eine eher erwartete Weise leuchten.

T-Tauri-Sterne sind eine Klasse variabler Sterne, die nach ihrem Prototyp benannt sindT Tauri, 1852 entdeckt. T-Tauri-Sterne sind seit Jahrzehnten als relativ normale, mittelgroße, extrem junge Hauptreihensterne bekannt. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren war unsere Sonne ein T-Tauri-Stern. Es wird angenommen, dass T Tauri-Sterne von umgeben sindprotoplanetare Scheiben, das die Rohstoffe enthält, um sowohl Gesteins- als auch Gasplaneten zu bauen. Obwohl sie im optischen Licht fast unsichtbar sind, leuchten diese Scheiben sowohl im Infrarot- als auch im Millimeterwellenlängenlicht.


Einige T-Tauri-Sterne senden auf unerwartete Weise Infrarotstrahlung aus. Diese Sterne standen im Mittelpunkt dieser Studie, die von der Astronomin Colette Salyk am National Optical Astronomical Observatory (NOAO) in Tucson, Arizona, geleitet wurde. Viele T-Tauri-Stars gelten als extrem mächtigSternenwinde– von Astronomen vorhergesagt, aber nie eindeutig nachgewiesen – und Salyk und ihr Team schlugen vor, dass bei einigen T-Tauri-Sternen die Winde von den protoplanetaren Scheiben der Sterne ausgehen könnten. Sie sagen, dass diese Winde wichtige Auswirkungen auf die Planetenbildung haben könnten, indem sie der Scheibe möglicherweise einen Teil des Gases rauben, das für die Bildung riesiger Jupiter-ähnlicher Planeten erforderlich ist, oder die Scheibe aufwirbeln und dazu führen, dass die Bausteine ​​der Planeten ihren Standort vollständig ändern.

Salyk und ihre Kollegen suchten mit dem ALMA-Teleskop (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) in Chile nach Hinweisen auf einen möglichen Wind im Stern namensAS 205 N. Dieser T-Tauri-Stern befindet sich 407 Lichtjahre entfernt am Rand einer Sternentstehungsregion in Richtung des SternbildesOphiuchus der Schlangenträger. Dieser Stern scheint die seltsame Infrarotsignatur zu zeigen, die Astronomen fasziniert hat.

ALMA ist ein relativ neues Teleskop mit außergewöhnlicher Auflösung und Empfindlichkeit. Mit diesem Teleskop konnten die Forscher die Verteilung von Kohlenmonoxid um den Stern herum untersuchen. Kohlenmonoxid ist ein ausgezeichneter Tracer für das molekulare Gas, aus dem Sterne und ihre planetenbildenden Scheiben bestehen. Diese Studien bestätigten, dass tatsächlich Gas die Oberfläche der Scheibe verließ, wie es bei Wind zu erwarten wäre. Die Eigenschaften des Windes entsprachen jedoch nicht ganz den Erwartungen.

Dieser Unterschied zwischen Beobachtungen und Erwartungen könnte darauf zurückzuführen sein, dass AS 205 N tatsächlich Teil eines Mehrsternsystems ist. Der Begleiter wurde synchronisiertAS 205 S. Es ist selbst ein Doppelstern.




Diese Anordnung mehrerer Sterne könnte darauf hindeuten, dass das Gas die Oberfläche der Scheibe verlässt, weil es vom Doppelsternchen weggezogen und nicht vom Wind ausgestoßen wird. Salyk sagte:

Wir hoffen, dass diese neuen ALMA-Beobachtungen uns helfen, Winde besser zu verstehen, aber sie haben uns auch vor einem neuen Rätsel zurückgelassen. Sehen wir Winde oder Interaktionen mit dem Begleitstern?

Die Autoren der Studie sind jedoch nicht pessimistisch. Sie planen, ihre Forschungen mit weiteren ALMA-Beobachtungen fortzusetzen und dabei andere ungewöhnliche T-Tauri-Sterne mit und ohne Begleiter anzuvisieren, um zu sehen, ob sie dieselben Merkmale aufweisen.

Fazit: T-Tauri-Sterne – Säuglings-Sonnensysteme – sind seit Jahrzehnten bekannt, und vielen wurde vorhergesagt, dass sie extrem starke Sternwinde haben. Jetzt sagen Astronomen, die das ALMA-Teleskop in Chile verwenden, T-Tauri-Winde im Sternensystem AS 205 N beobachtet zu haben, und spekulieren über die Quelle der Winde.


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