Voyager-Raumsonde reitet Tsunami-Welle im interstellaren Raum

Die Raumsonde Voyager 1 könnte immer noch von dem erfasst werden, was Wissenschaftler als kosmische „Tsunami-Welle“ beschrieben haben, eine Stoßwelle, die die Sonde im Februar zum ersten Mal traf. Sie können die unheimlichen interstellaren Schwingungen in einem Video mit freundlicher Genehmigung der NASA hören.


Die 1977 gestartete Raumsonde Voyager 1 der NASA ist das erste von Menschenhand geschaffene Objekt, das den interstellaren Raum erreicht – den Raum außerhalb unseres Sonnensystems.


Seit 2012 hat die Raumsonde Voyager 1 drei Tsunami-Wellen im interstellaren Raum erlebt. Die jüngste, die Anfang des Jahres die Raumsonde erreichte, breitet sich nach neuen Daten immer noch nach außen aus. Es ist die längste Stoßwelle, die Forscher im interstellaren Raum gesehen haben.

Eine „Tsunami-Welle“ tritt auf, wenn die Sonne einen koronalen Massenauswurf aussendet und eine magnetische Plasmawolke von ihrer Oberfläche schleudert. Dadurch entsteht eine Druckwelle. Wenn die Welle auf das interstellare Plasma trifft – die geladenen Teilchen, die sich im Raum zwischen den Sternen befinden – entsteht eine Stoßwelle, die das Plasma stört.

Ed Stone ist Projektwissenschaftler für die Voyager-Mission am California Institute of Technology in Pasadena. Stein sagte:

Der Tsunami lässt das ionisierte Gas, das da draußen ist, mitschwingen – „singen“ oder vibrieren wie eine Glocke.




Dies ist die dritte Schockwelle, die Voyager 1 erlebt hat. Das erste Ereignis fand im Oktober bis November 2012 statt, die zweite Welle im April bis Mai 2013 zeigte eine noch höhere Plasmadichte. Voyager 1 hat das jüngste Ereignis im Februar erkannt, und es dauert immer noch an, Stand November-Daten. Die Raumsonde hat sich während des dritten Ereignisses 250 Millionen Meilen (400 Millionen Kilometer) nach außen bewegt.

Don Gurnett, Professor für Physik an der University of Iowa in Iowa City. Gurnett präsentierte die neuen Daten am Montag, dem 15. Dezember, auf dem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco. Gurnett sagte:

Die meisten Leute hätten gedacht, das interstellare Medium wäre glatt und ruhig. Aber diese Stoßwellen scheinen häufiger vorzukommen, als wir dachten.

Den Forschern ist unklar, was die ungewöhnliche Langlebigkeit dieser speziellen Welle bedeuten könnte. Sie sind auch unsicher, wie schnell sich die Welle bewegt oder wie breit ein Gebiet sie abdeckt.


Die zweite Tsunami-Welle half Forschern im Jahr 2013 festzustellen, dass Voyager 1 die Heliosphäre verlassen hatte, die vom Sonnenwind erzeugte Blase, die die Sonne und die Planeten in unserem Sonnensystem umfasst. Dichtere Plasma-„Ringe“ mit höherer Frequenz und das Medium, durch das die Voyager flog, war 40-mal dichter als zuvor gemessen. Dies war der Schlüssel zu der Schlussfolgerung, dass die Voyager eine Grenze betreten hatte, die noch kein Raumfahrzeug zuvor betreten hatte: den interstellaren Raum.

Fazit: Voyager 1 könnte immer noch von dem erfasst werden, was Wissenschaftler als kosmische „Tsunami-Welle“ beschrieben haben, eine Stoßwelle, die die Sonde erstmals im Februar traf.

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