Unterirdischer Ozean auf Jupiters größtem Mond

Dies ist ein künstlerisches Konzept des Mondes Ganymed, der den riesigen Planeten Jupiter umkreist. Bildnachweis: NASA/ESA/G. Speck

Im Konzept dieses Künstlers umkreist der Mond Ganymed den Riesenplaneten Jupiter. Das Hubble-Weltraumteleskop der NASA beobachtete Polarlichter auf dem Mond, die durch die Magnetfelder von Ganymed erzeugt wurden. Ein salzhaltiger Ozean unter der eisigen Kruste des Mondes erklärt am besten die Verschiebung in den von Hubble gemessenen Polarlichtgürteln.
Bildquelle: NASA / ESA


Wissenschaftler, die das Hubble-Weltraumteleskop der NASA verwenden, haben die bisher besten Beweise für einen unterirdischen Salzwasserozean auf entdecktGanymed, Jupiters größter Mond. Es wird angenommen, dass der unterirdische Ozean mehr Wasser enthält als das gesamte Wasser auf der Erdoberfläche.

Wissenschaftler schätzen, dass der Ozean von Ganymed 100 Kilometer dick ist – 10 Mal tiefer als die Ozeane der Erde – und unter einer 150 Kilometer langen Kruste hauptsächlich aus Eis begraben ist.


Jim Green ist der Direktor für Planetenforschung der NASA. In einer Telefonkonferenz vom 12. März sagte Green:

Das Sonnensystem sieht jetzt wie ein ziemlich feuchter Ort aus.

Die Identifizierung von flüssigem Wasser ist entscheidend für die Suche nach bewohnbaren Welten jenseits der Erde und für die Suche nach Leben, wie wir es kennen.

John Grunsfeld ist stellvertretender Administrator des Science Mission Directorate der NASA. Er sagte:




Ein tiefer Ozean unter der eisigen Kruste von Ganymed eröffnet weitere spannende Möglichkeiten für das Leben jenseits der Erde.

Ganymed ist der größte Mond unseres Sonnensystems und der einzige Mond mit eigenem Magnetfeld. Das Magnetfeld verursacht Polarlichter, die Bänder aus glühendem, heißem elektrifiziertem Gas sind, in Regionen, die den Nord- und Südpol des Mondes umkreisen. Da Ganymed in der Nähe von Jupiter liegt, ist es auch in das Magnetfeld des Jupiter eingebettet. Wenn sich das Magnetfeld des Jupiter ändert, ändern sich auch die Polarlichter auf Ganymed und „schaukeln“ hin und her.

Indem sie die Schaukelbewegung der beiden Polarlichter beobachteten, konnten die Wissenschaftler feststellen, dass unter der Kruste von Ganymed eine große Menge Salzwasser vorhanden ist, die ihr Magnetfeld beeinflusst.

Dies ist eine Illustration des Inneren von Jupiters größtem Mond Ganymed. Es basiert auf theoretischen Modellen, in-situ-Beobachtungen des Galileo-Orbiters der NASA und Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops der Magnetosphäre des Mondes, die eine Sondierung des Mondinneren ermöglichen. Die Kuchenschichtung des Mondes zeigt, dass Eis und ein salzhaltiger Ozean die äußeren Schichten dominieren. Tiefer im Mond liegt ein dichterer Gesteinsmantel und darunter schließlich ein Eisenkern. Bildnachweis: NASA, ESA und A. Feild (STScI)

Dies ist eine Illustration des Inneren von Jupiters größtem Mond Ganymed. Es basiert auf theoretischen Modellen, in-situ-Beobachtungen des Galileo-Orbiters der NASA und Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops der Magnetosphäre des Mondes, die eine Sondierung des Mondinneren ermöglichen. Die Kuchenschichtung des Mondes zeigt, dass Eis und ein salzhaltiger Ozean die äußeren Schichten dominieren. Tiefer im Mond liegt ein dichterer Gesteinsmantel und darunter schließlich ein Eisenkern. Bildnachweis: NASA, ESA und A. Feild (STScI)


Ein Wissenschaftlerteam um Joachim Saur von der Universität zu Köln hatte die Idee, Hubble zu nutzen, um mehr über das Innere des Mondes zu erfahren. Saur sagte:

Ich dachte immer darüber nach, wie wir ein Teleskop auf andere Weise nutzen könnten. Gibt es eine Möglichkeit, mit einem Teleskop in einen Planetenkörper zu schauen? Dann dachte ich, die Polarlichter! Da Polarlichter durch das Magnetfeld gesteuert werden, lernt man bei entsprechender Beobachtung der Polarlichter etwas über das Magnetfeld. Wenn Sie das Magnetfeld kennen, wissen Sie etwas über das Innere des Mondes.

Wenn ein Salzwasserozean vorhanden wäre, würde das Magnetfeld des Jupiter ein sekundäres Magnetfeld im Ozean erzeugen, das dem Jupiterfeld entgegenwirkt. Diese „magnetische Reibung“ würde das Schaukeln der Polarlichter unterdrücken. Dieser Ozean bekämpft das Magnetfeld des Jupiter so stark, dass es das Schaukeln der Polarlichter auf 2 Grad reduziert, anstatt auf 6 Grad, wenn der Ozean nicht vorhanden wäre.

In den 1970er Jahren vermuteten Wissenschaftler erstmals einen Ozean in Ganymed, basierend auf Modellen des großen Mondes. Die Galileo-Mission der NASA maß 2002 das Magnetfeld von Ganymed und lieferte die ersten Beweise, die diesen Verdacht stützen. Die Raumsonde Galileo nahm in 20-Minuten-Intervallen kurze „Schnappschuss“-Messungen des Magnetfelds vor, aber ihre Beobachtungen waren zu kurz, um das zyklische Schaukeln des sekundären Magnetfelds des Ozeans deutlich zu erfassen.


Fazit: Im März 2015 gab die NASA bekannt, dass das Hubble-Weltraumteleskop die bisher besten Beweise für einen unterirdischen Salzwasserozean hatGanymed, Jupiters größter Mond.

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