Supervulkanausbruch 20.000 Jahre voraus?

DieSolfataraVulkankrater ist ein Teil der Phlegräischen Felder in der Nähe von Neapel. Bild überZukunft/Getty Images.


Eine neue Studie legt nahe, dass diePhlegräische Felder– eine der aktivsten und unbeständigsten Vulkanregionen der Welt – befindet sich im Frühstadium eines neuen Zyklus, der in einer weiteren gigantischen Eruption gipfeln könnte. Aber es wird nach neuen Forschungen erst in mehreren tausend Jahren passieren,veröffentlicht14. November 2018, im JournalWissenschaftliche Fortschritte.

DiePhlegräische Felder, in der Nähe der geschäftigen Metropole Neapel, Italien, ist eine der aktivsten und unbeständigsten Vulkanregionen der Welt. Seine Calderas wurden durch enorme Eruptionen gebildet, die vor 39.000 und 15.000 Jahren stattfanden, zusätzlich zu unzähligen kleineren Eruptionen. Auch kleinere Vulkane brachen in der Zeit dazwischen immer wieder aus. Die Phlegräischen Felder sind in den letzten Jahren wieder aktiver geworden.


Die Phlegräischen Felder westlich von Neapel, Italien. Das Gebiet der Caldera besteht aus 24 Kratern und vulkanischen Bauwerken, von denen die meisten unter Wasser stehen.

Die Forscher erklärten, dass Vulkane Zyklen durchlaufen. Der Zyklus beginnt mit der Ansammlung vonMagma– geschmolzenes Gestein – in einem großen Reservoir in der Erdkruste, ein Prozess, der Jahrtausende dauert. Lange Ruhezeiten und kleine Eruptionen kennzeichnen dieses Stadium. Eine weitere Injektion von Magma in die Magmakammer löst eine gewaltige Eruption aus. Der Stausee leert sich schlagartig, das Dach stürzt ein, ein neuesKesselbildet sich, und der Kreislauf beginnt von neuem.

In der Studie Phlegräische Felder lieferten Gesteinsproben von 23 früheren Eruptionen den Forschern Hinweise auf den Beginn eines neuen Zyklus. Insbesondere Gesteinsmaterial ausMonte Nuovo, das zuletzt 1538 ausbrach, ähnelt Gestein, das kurz vor den letzten beiden großen Eruptionen ausgeworfen wurde.

Trotz ihrer neuen Erkenntnisse können die Forscher nicht genau vorhersagen, wann die nächste große Eruption in den Phlegräischen Feldern stattfinden könnte. Francesca Forni von der ETH Zürich ist die Hauptautorin der Studie. Sie sagte in aStellungnahme:




Aber wir müssen uns keine Sorgen über einen katastrophalen Ausbruch in den nächsten 20.000 Jahren machen. Das Magmareservoir unterhalb der Phlegräischen Felder füllt sich nur sehr langsam. Wir, die nächsten Generationen und vielleicht die gesamte Menschheit werden nicht hier sein, um Zeugen einer massiven Eruption zu werden.

Eine Fumarole in den Phlegräischen Feldern; Gemälde von Michael Wutky (1780er Jahre). Bild überWikipedia.

Für die Forschung machten sich die Vulkanologen die Tatsache zunutze, dass die chemische Zusammensetzung von Mineralien aus magmatischem Gestein Informationen über die Entstehungsbedingungen speichert. Durch den Vergleich der chemischen Signaturen von Gesteinen verschiedener Epochen können Wissenschaftler die Bedingungen in der Kruste zum Zeitpunkt ihrer Entstehung rekonstruieren. Dadurch können sie das aktuelle Stadium des Magmasystems bestimmen. Die Vulkanologen erstellten auch ein Modell des Zyklus. Olivier Bachmann, Professor an der ETH Zürich, ist Mitautor der Studie. Ergenannt:

Wir können aus vergangenen Eruptionen den Rhythmus von Supervulkanen rekonstruieren und hoffentlich vorhersagen, wo sie in ihrem Zyklus stehen.


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Der Golf von Neapel mit der Insel Ischia (links) und den vernarbten Phlegräischen Feldern. Neapel liegt am Fuße des Vesuvs (Mitte). Bild überZukunft/DIES.

Obwohl eine große Eruption Tausende von Jahren entfernt ist, ist es wichtig, die Entwicklung der Phlegräischen Felder kontinuierlich zu verfolgen, sagte Forni. Sie warnt davor, dass selbst ein kleiner Ausbruch, der in den frühen Stadien eines Zyklus auftreten kann, in der Region verheerende Folgen haben könnte.

Einige der frühen Warnsignale für eine bevorstehende Eruption einer Magmakammer sind Landerhöhung und Veränderungen in der Zusammensetzung der Gase, die die Phlegräischen Felder ausstoßen.


Ein massiver Vulkanausbruch wäre nicht nur für die Region Neapel, sondern für die ganze Welt verheerend. Supervulkane haben in der Vergangenheit kurzfristige Klimakatastrophen, Ernteausfälle und Hungersnöte verursacht. Der Ausbruch des indonesischen SupervulkansTamboraim Jahr 1815 ist ein gut dokumentiertes Beispiel: Der darauffolgende Sommer wurde als „Jahr ohne Sommer“ bezeichnet und sogar in der weit entfernten Schweiz erlitten Missernten.

Fazit: Eine neue Studie legt nahe, dass Italiens Phlegräische Felder auf eine katastrophale Eruption vorbereitet sind, aber nicht für Tausende von Jahren.

Quelle: Langfristige magmatische Entwicklung zeigt den Beginn eines neuen Caldera-Zyklus bei Campi Flegrei

Via ETH Zurich