Studie sagt, dass das neue Element 115, Ununpentium, existiert

Dem Periodensystem könnte bald ein weiteres Element hinzugefügt werden. Am 10. September 2013 berichtete ein internationales Wissenschaftlerteam des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt, Deutschland, dass es neue Beweise für die Existenz des Elements 115 erhalten hat. Die neuen Beweise werden von der International Union of Reine und Angewandte Chemiker (IUPAC), und falls bestätigt, wird Element 115 wahrscheinlich einen neuen Namen erhalten und in das Periodensystem der Elemente aufgenommen. Sein temporärer Name, der als Platzhalter verwendet wird, ist ununpentium.


Element 115 ist eines von mehreren superschweren Elementen – Elemente mit einer Ordnungszahl größer als 104 – die so kurzlebig sind, dass sie in der Natur nicht nachgewiesen werden können. Wissenschaftler können diese Elemente jedoch in einem Labor synthetisieren, indem sie Atome zusammenschlagen.

Im Jahr 2004 berichteten Wissenschaftler aus den USA und Russland erstmals über die Entdeckung des Elements 115. Leider reichten die Beweise aus dieser Forschung und einigen weiteren Studien, die folgten, nicht aus, um die Existenz eines neuen Elements zu bestätigen.


Jetzt entwickeln Wissenschaftler neue Techniken, um das Vorhandensein superschwerer Elemente nachzuweisen. In einem Experiment des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt beschossen Wissenschaftler eine dünne Schicht Americium (Ordnungszahl 95) erfolgreich mit Kalzium (Ordnungszahl 20), um Ununpentium (Ordnungszahl 115) herzustellen. Ununpentium wurde mit einem neuartigen Detektorsystem beobachtet, das die bei der Reaktion freigesetzten Photonen maß. Das einzigartige Photonenenergieprofil von Ununpentium kann man sich als Fingerabdruck des Elements vorstellen, sagen die Wissenschaftler.

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Entstehung des Elements 115 während einer Partikelkollision von Americium- und Calciumatomen. Bildnachweis:Lawrence Livermore National Laboratory.

Dirk Rudolph, Erstautor der neuen Studie und Professor an der Abteilung für Kernphysik der Universität Lund in Schweden, kommentierte die Ergebnisse in aPressemitteilung. Er sagte:

Dies kann als eines der wichtigsten Experimente auf diesem Gebiet der letzten Jahre angesehen werden, denn endlich ist klar, dass auch von den schwersten Elementen Fingerabdrücke genommen werden können. Das Ergebnis gibt früheren Berichten ein hohes Vertrauen. Sie legt auch die Basis für zukünftige Messungen dieser Art.




Derzeit gibt es 114 Elemente im Periodensystem der Elemente.Zwei neue Elemente, Flerovium (Ordnungszahl 114) und Lebermorium (Ordnungszahl 116) wurden 2012 in das Periodensystem aufgenommen. Obwohl auch die Elemente 113 und 118 vermutet werden, ist ihr Vorhandensein noch nicht bestätigt.

Der nächste Schritt für Element 115 besteht darin, dass die IUPAC alle bisherigen Beweise überprüft und eine Entscheidung trifft, ob weitere Experimente erforderlich sind oder ob die aktuellen Beweise ausreichen, um die Entdeckung eines neuen Elements zu unterstützen. In letzterem Fall werden die Wissenschaftler, die das Element 115 zuerst entdeckt haben, aufgefordert, offiziell einen neuen Namen für das Element vorzulegen. Dann wird der neue Name zur wissenschaftlichen Überprüfung und öffentlichen Stellungnahme freigegeben. Wenn es genehmigt wird, wird das Element zusammen mit seinem neuen Namen dem Periodensystem der Elemente hinzugefügt. Element 115 wird derzeit Ununpentium genannt, was nur ein Platzhalter ist, bis sein formaler Name festgelegt ist.

Die neue Forschung zu Element 115 wurde am 10. September 2013 in der Zeitschrift . veröffentlichtPhysische Überprüfungsschreiben.

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Kern von Ununpentium (Uup) umgeben von einer Elektronenwolke. Bildquelle: Wikimedia Commons.


Die Forschung wurde von ENSAR (European Nuclear Science and Applications Research), der Royal Physiographic Society in Lund, dem schwedischen Forschungsrat, dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem US-Energieministerium und dem britischen Science and Technology Facilities Council unterstützt.

Fazit: Am 10. September 2013 meldete ein internationales Wissenschaftlerteam des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt, dass es neue Beweise für die Existenz des Elements 115 (Ununpentium) gewonnen hat. Die Forschung wurde am 10. September 2013 in der Zeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht. Nachdem die IUPAC die Beweise überprüft und bestätigt hat, wird Element 115 wahrscheinlich einen neuen Namen erhalten und dem Periodensystem der Elemente hinzugefügt.

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