Ist das grüne Gestein von Merkur?

Von Zehntausenden von Meteoriten – oder Gesteinen aus dem Weltraum – die auf der Erde gefunden wurden, wurden über 100 als vom Planeten Mars und fast 200 als vom Erdmond identifiziert. Jetzt sagen Astronomen der Washington University in St. Louis, dass sie möglicherweise dazu beigetragen haben, den ersten bekannten Meteoriten vom Planeten Merkur zu identifizieren.


Einer von 35 Meteoriten mysteriösen Ursprungs, die in der marokkanischen Wüste gefunden wurden. Dieses Stück wiegt 100 Gramm. Der Alphabetblock rechts ist ein Zentimeter auf der Seite. Dieses Objekt könnte ein Meteorit von Merkur sein. Bild über die Washington University in St. Louis.

Erster bekannter Meteorit von Merkur? Bild über WUSTL.

Der Stein wurde Anfang 2012 in Südmarokko zusammen mit mehreren Dutzend anderen grünlichen Steinen gesammelt. Ein Meteoritensammler aus Berlin hat es gekauft. Später untersuchte Randy Korotev, Meteoritenexperte von WUSTL, den Stein und stellte fest, dass es sich um „außergewöhnlich“ handelte, von einer seltenen Art namens AnAchondritvon Wissenschaftlern. Es wird angenommen, dass die Achondrite Stücke von großen Asteroiden oder Planeten sind. Etwa die Hälfte davon stammt vom großen Asteroiden Vesta. Andere kommen vom Mars, dem Mond oder anderen Asteroiden. Schließlich wurde der Stein an einen anderen Meteorologen, Tony Irving, von der University of Washington geliefert. Auf der 44. Lunar and Planetary Science Conference im März sagte Irving, dass der Stein – jetzt offiziell als Nordwestafrika 7325 (NWA 7325) bezeichnet – eine sehr ungewöhnliche Chemie habe. Seine Chemie war der von der NASA-Sonde Messenger gemessenen verdächtig ähnlich, die derzeit die Oberfläche von Merkur aus dem Orbit vermisst.


Aus diesem Grund glauben Wissenschaftler, obwohl sie sich noch nicht sicher sind, dass dieser Stein der erste ist, von dem bekannt ist, dass er vom Planeten Merkur stammt.

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Fazit: Meteoritenexperten der Washington University in St. Louis und der University of Washington glauben, den ersten bekannten Meteoriten vom Planeten Merkur identifiziert zu haben.

Der Einschlagskrater Hokusai auf Merkur hat ein beeindruckendes Strahlensystem, das bis zu tausend Kilometer weit ausstrahlt. Bildnachweis: Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.

Der Einschlagskrater Hokusai auf Merkur hat ein beeindruckendes Strahlensystem, das bis zu tausend Kilometer weit ausstrahlt. Objekte, die Merkur vor langer Zeit getroffen haben, könnten Ejekta in eine Umlaufbahn um die Sonne geschickt haben. Wenn diese Trümmer später auf die Erde trafen und in unsere Atmosphäre gelangten, könnten Fragmente als Merkur-Meteoriten auf den Boden gefallen sein. Bisher ist das als Nordwestafrika 7325 bekannte Gestein der einzige Kandidat für einen Merkur-Meteoriten. Bildnachweis über NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.