Indien, China, Brasilien, Japan, andere wollen eine Stimme im Arktischen Rat

Mit einer großen Konferenz über arktische Regierungsführung, die vom 17. bis 18. Januar 2012 in Toronto stattfinden soll, ist die arktische Politik in den Nachrichten. An der 2. jährlichen Munk-Gordon Arctic Security Conference nahmen laut a . mehrere Experten, nationale Botschafter und indigene Führer – insgesamt mehr als 100 Teilnehmer aus 15 Nationen – teilPressemitteilungherausgegeben gestern (15. Januar 2012) vom Arktischen Rat. Auf der Tagesordnung steht die Aufnahme von Ländern, die nicht an die Arktis grenzen, in den Arktischen Rat. Laut Veröffentlichung:


Eine Ansicht des National Snow & Ice Data Center des Blue Marble-Bildes für Januar 2012 mit Ländergrenzen und Beschriftungen; nördliche Waldgrenze (grüne Linie); Internationale Datumsgrenze (gestrichelte schwarze Linie); und der Nordpol referenziert (rotes Kreuz).

… Länder wie China, Indien und Brasilien, die keine arktischen Territorien haben, klopfen dennoch an die Tür des immer einflussreicher werdenden Arktischen Rates und suchen nach einer Aufnahme als ständiger Beobachter.


Warum wollen sie mitmachen? Die Arktis ist reich an Ressourcen wie Öl, Gas, Mineralien, Süßwasser und Fisch, zunehmend Tourismus und – wenn man die Subarktis mit einbezieht – Wälder. In früheren Zeiten war die Arktis hauptsächlich für alle außer den kleinen indigenen Bevölkerungsgruppen zugänglich, die dort lebten. Es war ein eisbedeckter Ozean, ein Motor des Erdklimas, ein Ort für Entdecker des frühen 20. Jahrhunderts, um sich einen Namen zu machen.

Aber dieser alte Blick auf die Arktis hat sich geändert. Die beträchtlichen arktischen Ressourcen sind in unserer Zeit aufgrund des technischen Fortschritts, der wirtschaftlichen Öffnung Russlands (dessen Nordgrenze in der Arktis liegt) und nicht zuletzt des Klimawandels, der das arktische Eis voraussichtlich kostenlos im Sommer irgendwann in diesem Jahrhundert.

Vor einem Jahr, ForVMinterviewtbevorstehende Ozeanographin Sylvia Earle, die eines von 11 Mitgliedern der Kommission zum Klimawandel in der Arktis war, die ihren Bericht über die Arktis veröffentlichte – genanntDie gemeinsame Zukunft– Anfang 2011. Sie erzählte uns:

Die Arktis hat aufgrund ihrer relativ geringen Größe einen unverhältnismäßigen Einfluss auf die Welt. Dies ist ein Moment in der Geschichte, in dem wir auf die eine oder andere Weise handeln – oder unterlassen –, aber wir Menschen werden vieles beeinflussen, was das Schicksal und die Zukunft der Arktis, der Menschen und der dort lebenden Kreaturen bestimmt. Und damit haben wir einen globalen Einfluss auf alle Menschen überall.




Mit anderen Worten, was in den nächsten Jahrzehnten in der Arktis passiert, wird sich auf den ganzen Globus auswirken. Dennoch ist es in gewisser Weise verständlich, dass einige langjährige Mitglieder des Arktischen Rates zögern, nicht-arktische Nationen einzubeziehen, da die Bedürfnisse und Probleme der an die Arktis grenzenden Nationen sicherlich sehr spezifisch sind. Laut der gestrigen PresseVeröffentlichung, Russland und Kanada lehnen die Teilnahme nicht-arktischer Staaten am Arktischen Rat aufs schärfste ab. Kanada bereitet sich darauf vor, 2013 den Vorsitz des Rates zu übernehmen, und wie es aussieht, wird dieses Thema ein Kanada sein, mit dem sich der Rat als Ganzes noch einige Zeit auseinandersetzen wird.

Der Arktische Rat wurde 1996 als „ein hochrangiges zwischenstaatliches Forum“ gegründet, so seineWebseite. Vollmitglieder des Arktischen Rates sind Kanada, Russland, die Vereinigten Staaten, Norwegen, Finnland, Schweden, Island und Dänemark (Grönland) – die acht Länder mit arktischem Territorium. Sechs indigene Gruppen aus dem Norden – der Inuit Circumpolar Council, Arctic Athabaska Council, Gwich’in Council International, Sami Council, Russian Association of the Indigenous Peoples of the North (RAIPON) und Aleuten International Association – üben als ständige Teilnehmer starken Einfluss aus. Weitere sechs nicht-arktische Nationen nehmen heute als Beobachter teil: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Polen und die Niederlande.

Sollte der Arktische Rat einen neuen Weg der Arktis im 21. Jahrhundert einschlagen?

Neben China, Indien und Brasilien wollen nun auch andere nicht-arktische Staaten – darunter Japan, Südkorea, die Europäische Union und mehrere europäische Einzelstaaten – einen „Beobachter“-Status im Arktischen Rat. Tony Penikett, Sonderberater des Munk-Gordon Arctic Security Program und ehemaliger Premier des Yukon, sagte:


Der Rat kämpft mit dieser Frage. Das Interesse der nicht-arktischen Staaten ist nicht nur eine flüchtige Phantasie. Muss der Rat eine größere Rolle spielen oder ein exklusiver Club bleiben, damit er relevant bleibt?

Fazit: Indien, China, Brasilien, Japan und andere Länder wollen einen Sitz als „Beobachter“ im Arktischen Rat. Dieses Thema wird auf der Tagesordnung des Rates während der zweiten jährlichen Munk-Gordon Arctic Security Conference stehen, die vom 17. bis 18. Januar 2012 in Toronto zusammentritt.

Sylvia Earle: Ein offenes Meer im arktischen Sommer