Kakerlakenei-Impressionen vor 4.300 Jahren

Keramikstücke mit Kakerlakeneiabdrücken. Bildnachweis: Prof. Hiroki Obata

Keramikstücke mit Kakerlakeneiabdrücken. Bild über Prof. Hiroki Obata


Kakerlaken waren nach archäologischen Funden in Japan vor 4.300 Jahren genauso lästig wie heute. Archäologen der Kumamoto-Universität in Japan haben so weit zurückliegende Abdrücke von Kakerlakeneikästen auf Keramikstücken entdeckt. Die Größe und Form der Eihüllen deuten darauf hin, dass sie von der rauchbraunen Kakerlake stammen, einer in Südchina beheimateten Art. Diese neue Entdeckung weist unter anderem darauf hin, dass die rauchbraune Kakerlake etwa 3.700 bis 4.000 Jahre früher als gedacht durch Japan huschte.

Antike Keramik verrät viel über antike Gesellschaften. Tongefäße, die Reste von Lebensmitteln und anderen im Laufe der Zeit erhaltenen Gegenständen enthalten, geben einen Einblick in das Leben der Menschen, die vor langer Zeit gelebt haben. Aber erst vor kurzem wurde den Wissenschaftlern klar, dass Vertiefungen auf der Oberfläche und Löcher in Steingut auch Geschichten über die Vergangenheit erzählen.


Rauchbraune Schabe, Periplaneta Fuliginosa. Bildnachweis: Toby Hudson über Wikimedia Commons.

Rauchbraune Schabe, Periplaneta Fuliginosa. Bildnachweis: Toby Hudson über Wikimedia Commons.

Professor Hiroki Obata, Archäologe an derKumamoto-Universität, Japan, sagte in aStellungnahme:

Unzählige leere Löcher auf der Oberfläche von Tonscherben wurden bis vor etwa 25 Jahren so gut wie ignoriert. Seitdem ist jedoch die Bedeutung und Bedeutung dieser Löcher gut verstanden. Sie können der Eindruck von Samen, Nüssen, Insekten oder Muscheln sein.

Kleine Gegenstände können in Ton gemischt werden, der zur Herstellung von Töpferwaren verwendet wird. Wenn die Gegenstände organisch sind, zum Beispiel Samen, zersetzen sich diese Substanzen im Laufe der Zeit und hinterlassen einen Eindruck auf der Oberfläche oder einen Hohlraum in der Keramik.




Solche Saatabdrücke sind wertvolle Hinweise auf den Zustand der alten Landwirtschaft.

In einem Fall verwendeten Professor Obata und sein Team Röntgenstrahlen, CT-Bildgebung und Rasterelektronenmikroskopie, um detaillierte Bilder von Tonscherben aus einem alten Müllhaufen zu erhalten, der in den Jahren 5.300 bis 3.500 v. Chr. verwendet wurde. Von über 500 Impressionen wurden 66 dem Samen einer mehrjährigen Pflanze zugeordnet,Perilla frutescens var. frutescens. Dieser Samen wird noch heute zur Herstellung von Perillaöl verwendet, einer medizinischen und kulinarischen Zutat.

In ihrer neuesten Studie untersuchten Professor Obata und sein Team zwei Keramikstücke aus der archäologischen Stätte Motonobaru, die aus der späten Jomon-Zeit in Japan (2.500 – 1.300 v. Chr.) stammen. Ein Stück war etwa 4000 Jahre alt, das andere etwa 4300 Jahre alt.

Sie verwendeten eine Methode namensAbdruck-Replikum Silikatabgüsse der Keramikoberfläche zu erhalten. Mit anderen Worten, Kieselsäure wird verwendet, um die Hohlräume auf der Oberfläche zu füllen, um die Formen von Objekten zu erhalten, die die Hohlräume erzeugt haben. Anschließend machte das Team mit einem Rasterelektronenmikroskop hochdetaillierte Bilder der Abgüsse.


Die Bilder zeigten die Anwesenheit eines nur allzu bekannten Schädlings, Kakerlaken. Auf den Keramikoberflächen waren Abdrücke von Kakerlakeneikästen. Die Fälle mit einem Durchmesser von 11 Millimetern wurden als die der rauchbraunen Kakerlake identifiziert.Periplaneta fuliginosa. Diese in Südchina beheimatete Art war aus der japanischen Kunst und Literatur des 18. Jahrhunderts bekannt. (Frühere Kakerlaken-Kunstdarstellungen gelten als eine einheimische Kakerlakenart.)

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Silikonabgusses einer Kakerlakeneierhülle. Bildnachweis: Prof. Hiroki Obata

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Silikonabgusses einer Kakerlakeneierhülle. Bildnachweis: Prof. Hiroki Obata

Vor einem Jahr hatten Professor Obata und seine Kollegen außerdem Beweise für einen anderen Schädling aus derselben archäologischen Stätte gefunden. Sie entdeckten 173 Keramikabdrücke, die auf das Vorhandensein von Maiskäfern hinweisen. Sagte Professor Obata in derselben Aussage:

Der Maisrüssler ist eine Art schädliches Insekt, das gespeicherte Stärkenahrungsmittel wie Eicheln oder Kastanien frisst, die in Japan für diese Zeit als typische Lagernahrung bekannt sind.


Die Existenz vieler Maiskäfer und Kakerlaken zeigt, dass diese alten Menschen einen sesshaften Lebensstil führten. Mit dieser neuesten Forschung haben wir gezeigt, dass es Kakerlaken in menschlichen Lebensräumen aus einer älteren Zeit gab, als bisher angenommen wurde.

Aus Tonscherben [Keramikscherben] werden immer mehr Informationen über das uralte menschliche Leben gefunden. Weiche und kleine Gegenstände haben einige Schwierigkeiten, längere Zeit im Boden zu bleiben, aber sie können in diesen Keramikfragmenten sicher aufbewahrt werden. Wie kleine Zeitkapseln sind Tonscherben voller Schätze, die helfen, die Geschichte über die Lebensbedingungen der alten Menschen zu erzählen.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Silikonreplik eines Maisrüsslers. Bildnachweis: Prof. Hiroki Obata

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Silikonreplik eines Maisrüsslers. Bild über Prof. Hiroki Obata

Fazit: Archäologen der Kumamoto-Universität in Japan fanden Abdrücke, die Kakerlakeneier auf der Oberfläche von Tonscherben hinterlassen haben, die bis zu 4.300 Jahre alt sind. Aufgrund der Größe und Form der Eihüllen scheinen die Eier von der rauchbraunen Kakerlake zu stammen, einer in Südchina beheimateten Art.