Eine neue schöne durchscheinende Schnecke aus der tiefsten Höhle Kroatiens

Die neu entdeckte Art gehört zu einer Gattung winziger, luftatmender Landschnecken, die die visuelle Orientierung verloren haben und als echte Eutroglobionten oder ausschließliche Höhlenbewohner gelten. Die Studie zur Beschreibung der neuen Art wurde im Open-Access-Journal Subterranean Biology veröffentlicht.


Bildnachweis: Alexander M. Weigand

Dieses Bild zeigt die neue Art, Zospeum tholussumBildnachweis: Alexander M. Weigand

Die neue Art Zospeum tholussum ist eine kleine und zerbrechliche Schnecke mit einem schön geformten kuppelartigen durchscheinenden Gehäuse. Während der Expedition rund um die Galerien des Höhlensystems Lukina Jama-Trojama wurde nur ein lebendes Exemplar gefunden. Das Tier wurde in einer bemerkenswerten Tiefe von 980 m in einer namenlosen Kammer voller Felsen und Sand und einem kleinen Bach gefunden, der durch sie hindurchfließt.


Alle bekannten Arten der höhlenbewohnenden Gattung Zospeum besitzen eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Ihre Vorliebe für einen schlammigen Lebensraum und die Tatsache, dass sie sich normalerweise in der Nähe des Drainagesystems der Höhle befinden, in unmittelbarer Nähe zu fließendem Wasser, deuten jedoch darauf hin, dass diese Tiere nicht gerade unbeweglich sind. Wissenschaftler vermuten, dass die Verbreitung durch passiven Transport über Wasser oder größere Säugetiere erreicht wird.

Bildnachweis: Jana Bedek, HBSD

Dieses Bild zeigt das einzelne lebende Exemplar von Zospeum tholussum aus der Studie, fotografiert in der größeren Kammer des Höhlensystems Lukina Jama-Trojama. Bildnachweis: Jana Bedek, HBSD

Lukina Jama-Trojama ist das tiefste Höhlensystem Kroatiens, außergewöhnlich für seine vertikale Form, lange Gruben und eine große Tiefe von -1392 m. Aus ökologischer Sicht ist dieses Höhlensystem äußerst interessant, da es drei mikroklimatische Schichten aufweist: erstens der eisige Teil mit einer Temperatur von etwa 1 °C, zweitens der mittlere Teil mit einer Temperatur bis 2 °C und der untere Teil mit einer Temperatur bis 4 °C. Diese ungewöhnlichen Lebensbedingungen machen die Höhle aus Sicht der Biodiversität für Wissenschaftler äußerst interessant.

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