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Kurt Absolon

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Kitsch und Kunst

Eine FORVM-Umfrage mit Illustrationen von Paul Flora
No. 43/44
Juli
1957

Kurt Absolon bei Wikipedia

Kurt Absolon
Kurt Absolon während der Arbeit am Sgraffito Raben
Grab auf dem Südwestfriedhof in Wien

Kurt Absolon (* 28. Februar 1925 in Wien; † 26. April 1958 in Wulkaprodersdorf) war ein österreichischer Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Absolon wurde am 28. Februar 1925 in Wien geboren. Der Vater Vinzenz Humbert Absolon arbeitete als Privatangestellter und verfasst nebenbei Theaterstücke. Die Mutter Hermine, geborene Wasinger ist Hausfrau. Absolon wuchs mit drei Schwestern und einem älteren Bruder auf. Die Familie wohnte in der Tivoligasse 30/12, Wien XII. Nach der Matura an der Oberschule wurde Absolon von 1943 bis 1945 ins Militär einberufen und erlitt mehrere Verwundungen.

Absolon studierte von 1945 bis 1949 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Robin Christian Andersen. Parallel besuchte er den Abendakt bei Herbert Boeckl und den Freskokurs bei Albert Paris Gütersloh. Im Juni 1948 auf Initiative der amerikanischen Besatzer ein von der Harvard Universität organisierter Aufenthalt auf Schloss Leopoldskron bei Salzburg, wo Absolon Curt Wiespointner kennen lernte.

1950 wurde Absolon Mitglied der informellen „Gruppe 50“ rund um den Kreis von Hans Weigel im Cafè Raimund in Wien I. Starke Beeinflussung der zeichnerischen Arbeiten durch literarische Anregungen. Es entstanden die Zyklen „Jardin du Mal“, „Pierrot“, „Kain“, „Hiob“ und „Don Quixote“. Um seine Existenz zu sichern, arbeitete Absolon als Hilfsarbeiter beim Wiederaufbau des Wiener Westbahnhofs, bei der Unilever AG, bei der Tischlerei Nowaks Witwe, beim Verlag Hanke & Cösngei sowie als Bote bei der Photochemigraphischen Kunstanstalt Patzelt & Co. Im April 1952 Aufenthalt in Bad Gleichenberg in der Steiermark. Am 19. Mai 1952 erste Ausstellung gemeinsam mit Claus Pack im Wiener Konzerthausfoyer. Am 30. Mai 1925 Heirat mit Adele Kitzweger. Am 10. Juli 1952 Umzug in ein Wohnatelier in der Steinbauergasse 36/20/15 in Wien XII. Das Ehepaar lebte hauptsächlich vom Verdienst der Frau, die als Buchhalterin im Stahlbauunternehmen Waagner-Biro arbeitete. Es entstehen die Zyklen „Cœur Volé“ nach dem französischen Dichter Arthur Rimbaud und „Aphorismen“. Illustrationen zu den „Marmorklippen“ des Schriftstellers Ernst Jünger, die dieser ablehnte, weil er sich Zeichnungen von Alfred Kubin erhoffte. Ölmalereien auf Papier unter dem Einfluss von Henri Matisse.

1953 veröffentlichte Absolon seinen kunsttheoretischen Aufsatz „Originalität, Radikalität, Individualität“ in Hans WeigelsStimmen der Gegenwart“ von 1953. Im gleichen Jahr lehnte er eine Mitgliedschaft im Art Club ab. Auf Anregung von Kurt Moldovan bewarb sich Absolon um ein Stipendium für einen Aufenthalt in Frankreich. Es entstanden die Zyklen „Schatten“, „Zwischenräume“ und „Ecce Homo“. 1953 bis 1954 Wiederaufnahme des Abendaktes bei Herbert Boeckl an der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Sommer 1954 gewann Absolon mit seiner lavierten Tuschezeichnung „Stillleben mit Fischen“ den 3. Österreichischen Graphik-Wettbewerb im Tiroler Kunstpavillon. Es entstanden die Zyklen „Der alte Mann und das Meer“ nach dem amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway und „Sodom und Gomorrha“. 1955 erhielt Absolon den Theodor-Körner-Stiftungspreis. Es entstanden Zeichnungen von Wiener Stadtansichten. Von Juli bis August 1955 Ausstellungsbeteiligung an "Meistergraphik in Österreich" im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis in Bregenz. Von August bis September 1955 Aufenthalt in Alpbach in Tirol, wo Absolon am Europäischen Forum Alpbach teilnahm. Im Oktober 1955 Ankauf eines Stilllebens in Aquarell durch das Kulturamt der Stadt Wien. Im Wintersemester 1955/56 Studium der Wandmalerei bei Albert Paris Gütersloh an der Akademie der bildenden Künste Wien.

1956 Ausführung des Sgraffito „Raben“ an der Hausfassade in der Troststraße 18, Wien X. Künstlerische Auseinandersetzung mit der Druckgrafik. Angeregt durch den Volksaufstand in Ungarn entstanden Zeichnungen und eine Farblithografie. Illustrationen zu Martin Bubers „Chassidische Erzählungen“. Am 16. Oktober 1956 Förderungspreis der Stadt Wien. Im Dezember des gleichen Jahres Ankauf von drei Zeichnungen durch das Kulturamt der Stadt Wien. Beim 6. Österreichischen Graphik-Wettbewerb 1957 im Tiroler Kunstpavillon erhielt Absolon den Preis des Instituts zur Förderung der Künste in Österreich. Es entstanden zahlreiche Zeichnungen der schwangeren und stillenden Ehefrau. Am 19. März 1957 Geburt der Tochter Iris Maria. Glasfensterentwürfe für die Pfarre Neuerdberg Don Bosco in Wien III, von denen nur ein Fenster ausgeführt wurde. Reise nach Paris und Arles als Stipendiat des Instituts zur Förderung der Künste in Wien. Es entstanden Stadtansichten und Darstellungen von Stierkämpfen, ein Zyklus zur Passion Christi sowie Illustrationen für die 1960 erschienene Publikation „Carnuntum, Geist und Fleisch“ von Herbert Eisenreich. Im November 1957 feierte Absolon seine erste Einzelausstellung in der renommnierten Galerie Würthle in Wien.

Im März 1958 wurde Absolon vom Künstler und Filmemacher Kurt Steinwender (Curt Stenvert) beauftragt, Zeichnungen für seinen Film über die Impressionisten zu machen. Förderungspreis der Stadt Wien. Entwurf für einen Gipsschnitt an der Orgelempore in der Pfarre Maria Lourdes in Wien XII, der posthum ausgeführt wurde. Am 24. April 1958 fuhr Absolon auf Einladung eines Freundes, für einen Tagesausflug in den Steinbruch in St. Margarethen im Burgenland. Auf der Rückfahrt nach Wien kam es zu einem Zusammenstoß mit einem LKW. Absolon wurde als Beifahrer aus dem Auto geschleudert und erlag am 26. April 1958, seinen schweren Verletzungen. Am 2. Mai 1958 wird Absolon in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Südwestfriedhof in Wien XII beigesetzt (Gruppe 34, Reihe 10, Nummer 40). 1977 wurde der Kurt-Absolon-Weg in Wien XXII nach dem Künstler benannt.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Absolon schuf hauptsächlich Malereien, Zeichnungen und Druckgrafiken, daneben betätigte er sich Entwerfer für sakrale Glasfenster, Gipsschnitte und Sgraffiti im öffentlichen Raum. Durch seinen Kontakt zu Literaten um Hans Weigel entstanden Buchillustrationen. Seine hochsensitiven Zeichnungen erscheinen vielfach wie Traumvisionen. Während seiner Aufenthalte in Tirol entstanden Landschaftszeichnungen, in Frankreich Stadtansichten und Stierkampfdarstellungen. Abseits von avantgardistischen Kunstströmungen wie Expressionismus, Kubismus, Surrealismus und Informelle Kunst entwickelte Absolon eine individuelle Formensprache, die sich dem existenzialistischen Dasein des Menschen widmete. Als Maler und Grafiker schuf Absolon poetische Traumwelten in virtuosen Tusche- und Aquarellzeichnungen, expressiven Ölbildern und Druckgrafiken.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Czeike (Hrsg.): Absolon Kurt. In: Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 8 (Digitalisat).
  • Otto Breicha: Kurt Absolon 1925–1958. „Der Zeichner mit der Grasharfe“, Graz 1989
  • Otto Breicha (Hrsg): Absolon 1925–1958. Zeichnungen und Aquarelle, Ausstellungskatalog Kulturhaus Graz, 15.11.–7.12.1973
  • Kurt Absolon Wien 1925–1958, Ausstellungskatalog Galerie Welz, Salzburg 20.3.–21.4.1968
  • Kurt Absolon 1925–1958. Zeichnungen und Aquarelle, Ausstellungskatalog Albertina, Wien 26.4.–11.6.1967
  • Kurt Absolon, Ausstellungskatalog Galerie Würthle, Wien 14.11.–2.12.1961
  • Herbert Eisenreich: Carnuntum. Geist und Fleisch, Wien 1960

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kurt Absolon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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