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Heinz Hilpert

Beiträge

Heinz Hilpert

Schauspieler — Repertoire — Regie

(Aus dem Buch „Gedanken zum Theater“)
No. 64
April
1959

Heinz Hilpert, Intendant in Göttingen, begeht in diesen Tagen sein vierzigiähriges Bühnenjubiläum. Sein Wirken in Wien ist unvergessen, seine Position im deutschen Theaterleben unverwechselbar. Wir grüßen den tapferen, eigenwilligen Mann mit allen guten Wünschen. Er hat vom ersten Heft an zu den (...)

Heinz Hilpert bei Wikipedia

Heinz Hilpert (* 1. März 1890 in Berlin; † 25. November 1967 in Göttingen) war ein deutscher Schauspieler und Theaterregisseur.

Heinz-Hilpert-Büste vor dem Deutschen Theater Berlin

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilpert war einer der großen Theaterregisseure der 1920er und 1930er Jahre. Nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer studierte er in Berlin Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität und begann 1919 als Schauspieler an der Berliner Volksbühne. Er lernte Carl Zuckmayer kennen, dessen Werke er dann oft in Szene setzte. Max Reinhardt holte ihn 1926 an das Deutsche Theater Berlin und machte ihn zu seinem Oberspielleiter. Dort inszenierte er die Uraufführung von Der Hauptmann von Köpenick am 5. März 1931 und errang damit einen seiner größten Erfolge. Im selben Jahr inszenierte er die Uraufführung der Geschichten aus dem Wiener Wald. Nach seiner kurzen Rückkehr 1932 an die Volksbühne als Intendant machten ihn die Nationalsozialisten 1934 zum Intendanten des Deutschen Theaters und damit zum direkten Nachfolger des ins Exil vertriebenen Max Reinhardt. Intendant blieb er bis zur Schließung der Berliner Theater am 1. September 1944. Nach dem „Anschluss“ Österreichs war Hilpert von 1938 bis 1945 auch Direktor des Theaters in der Josefstadt. Während des Nationalsozialismus trat Hilpert für Verfolgte ein und konnte seinen Theatern eine gewisse künstlerische Freiheit bewahren.[1] Der profilierte Theatermann Hilpert betätigte sich gelegentlich auch als Schauspieler und Regisseur für den Film.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er wegen seiner Karriere unter den Nazis zunächst große Probleme, seine Theaterarbeit fortzusetzen. Er lebte eine Zeit lang in Zürich und inszenierte Aufführungen in Wien, Salzburg und Zürich, wo er am 14. Dezember 1946 am Schauspielhaus die Uraufführung von Zuckmayers Des Teufels General herausbrachte. 1947 wurde er für eine Saison Intendant des Schauspiels in Frankfurt am Main. Nach der erfolgreichen Neugründung des Theaters in Konstanz 1949 wurde er 1950 Intendant in Göttingen. Hier blieb er bis 1966 und machte das Deutsche Theater Göttingen zu einem der führenden Theater der jungen Bundesrepublik. Als enger Freund von Zuckmayer brachte er hier dessen Werke Der Gesang im Feuerofen (1950) und Ulla Winblad (1954) zur Uraufführung. Zum Anlass seines Abschiedes aus Göttingen wurde er mit der Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet. Nach 1966 arbeitete er als freier Regisseur.

In Lünen an der Lippe wurde am 11. Oktober 1958 das Theater der Stadt Lünen mit 765 Plätzen eingeweiht, wobei Heinz Hilpert die Taufrede hielt. Seit März 1966 führt das Theater den Namen Heinz-Hilpert-Theater. Erbaut wurde es nach Plänen des Architekten Gerhard Graubner.

Er war seit 1955 Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste.

Zu Hilperts Schülern gehören Jan Schlubach, Götz George und Hermann Wedekind. Sein Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller
Regisseur

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeiten als Schauspieler an der Volksbühne Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inszenierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Abele: Das Deutsche Theater in Konstanz 1948–1950, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 105. Jg. 1987, S. 151–90 (Digitalisat)
  • Gerald M. Bauer, Birgit Peter (Hrsg.): Das Theater in der Josefstadt. Kultur, Politik, Ideologie für Eliten?. Lit-Verlag, Wien, Berlin 2010, ISBN 978-3-643-50118-9.
  • Thomas Blubacher: Heinz Hilpert. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 2, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 842.
  • Michael Dillmann: Heinz Hilpert. Leben und Werk. Hentrich, Berlin 1990, ISBN 3-926175-73-7, (Reihe Deutsche Vergangenheit – Stätten der Geschichte Berlins 39).
  • Wolfgang Drews: Hilpert, Heinz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 159 f. (Digitalisat).
  • Heinz Hilpert: So wird alles Schwere entweder leicht oder Leben – Tagebuch für Nuschka. Herausgegeben von Michael Dillmann und Andrea Rolz, Nachwort von Michael Dillmann. Weidle-Verlag, Bonn 2011, ISBN 978-3-938803-31-8.
  • Barbara Höpping: Der Pate kam aus der Regie. In: Förderverein Theater Lünen e.V. (Hg.): Eine Bühne mit Eigensinn. 60 Jahre Theater Lünen. Bearbeitet von Barbara Höpping, Hans-Jürgen Korn, Peter Freudenthal, Wolfgang Olschewski, Jutta Wieloch, Dirk Husemann (Schriftenreihe des Stadtarchivs Lünen 20). Lünen: Stadtarchiv Lünen 2018 (300 S.) [Vertrieb über: Lippe-Buchhandlung Lünen], S. 45–51.
  • Roberto Ciulli: Hilpert liebte die Pünktlichkeit. In: Förderverein Theater Lünen e.V. (Hg.): Eine Bühne mit Eigensinn. 60 Jahre Theater Lünen. Bearbeitet von Barbara Höpping, Hans-Jürgen Korn, Peter Freudenthal, Wolfgang Olschewski, Jutta Wieloch, Dirk Husemann (Schriftenreihe des Stadtarchivs Lünen 20). Lünen: Stadtarchiv Lünen 2018 (300 S.) [Vertrieb über: Lippe-Buchhandlung Lünen], S. 52–55.
  • Carl Zuckmayer: Geheimreport. Hrsg. von Gunther Nickel und Johanna Schrön. Wallstein, Göttingen 2002, ISBN 3-89244-599-0, S. 24–28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinz Hilpert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe dazu Geschichte des Deutschen Theaters (Memento des Originals vom 6. Februar 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschestheater.de und
    Alfred Mühr: Großes Theater. Arnold, Berlin 1950, S. 253
  2. Stadtarchiv Göttingen

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