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George Casalis

Beiträge

Dorothée Casalis • George Casalis • Han Suyin • Joachim Schickel

Modell China

Ein Gespräch
No. 178
Oktober
1968

George Casalis bei Wikipedia

Maison Georges Casalis in Straßburg, 13 quai Saint-Nicolas

George Casalis (* 4. Januar 1917 in Reims; † 16. Januar 1987 in Managua)[1] war ein französischer evangelisch-reformierter Pastor, Résistance-Kämpfer, Befreiungstheologe und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casalis studierte nach der Erlangung seiner Hochschulreife in Paris und Basel Evangelische Theologie. In Basel kam er in einen vertieften Kontakt zu dem Theologen Karl Barth, dessen Freund und späterer Biograf er wurde. Zum Pastor ordiniert, wurde er als Studentenpfarrer tätig. Bei der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht beteiligte er sich an der Résistance. 1940 wurde er Generalsekretär der Christlichen Studentenbewegung im nichtbesetzten Frankreich. Eine protestantische Gruppe erklärte unter seiner Mitwirkung, die antisemitischen Gesetze der Vichy-Regierung nicht zu befolgen. In den noch weiter gehenden „Thesen von Pomeyrol“ wird sogar erklärt, die protestantische Kirche müsse "jeglichem totalitären und idolatrischen Einfluss" ("toute influence totalitaire et idolâtre") Widerstand leisten.[2] Von 1945 bis 1946 war er als Militärpfarrer in Baden-Baden und Berlin tätig. Anschließend war er Dozent an der Kirchlichen Hochschule in Berlin. In diesen Jahren betreute er auch die ausschließlich evangelischen Gefangenen des Alliierten Kriegsverbrechergefängnisses in Berlin-Spandau, worüber der Architekt und ehemalige Rüstungsminister Albert Speer in seinen Gefängnismemoiren "Spandauer Tagebücher" ausführlich berichtete. Casalis war ab 1950 als Pfarrer in Straßburg tätig und von 1960 bis 1973 als Hochschullehrer in Paris.[1]

George Casalis nahm an den Allchristlichen Friedensversammlungen der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) von 1964 und 1968 teil. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts, die von der CFK gerechtfertigt wurde, zog er sich von der CFK zurück.

Casalis war mit Dorothée Casalis-Thurneysen, einer Tochter von Eduard Thurneysen verheiratet.[3]

In Managua ist ein Barrio nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre-Robert Olivetan, traducteur de la Bible. Actes du colloque O. Noyon, mai 1685 présentér par George Casalis et Bernard Roussel, Paris 1987
  • Exposé critique de la doctrine du bapteme des enfants d'apres Luther et Calvin, Paris 1939
  • Die richtigen Ideen fallen nicht vom Himmel. Grundlagen einer induktiven Theologie. (UTB, T-Reihe, Bd. 640.) W. Kohlhammer, Stuttgart 1980

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • <Rezension>Karl Barth und unsere theologische Existenz heute, Ökumenische Rundschau 35, 1986, S. 281–295
  • Gustav Walter Heinemann: Es gibt schwierige Vaterländer: Reden und Aufsätze 1919–1969, Band 3, Suhrkamp 1977, Original von University of California
  • Helmut Gollwitzer: Les Idees justes ne tombent pas du ciel, = An introduction to Protestant theology, Westminster Press 1982, Original von Indiana University digitalisiert 16. Oktober 2008, ISBN 0664244157, 9780664244156, 1978

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Casalis wirkte in einem Spielfilm über die Nürnberger Prozesse mit als „Kaplan von Spandau“. USA / BR Deutschland / (Großbritannien), 1973–1976. Originaltitel THE MEMORY OF JUSTICE / NICHT SCHULDIG? // NUREMBERG AND THE GERMANS [TEIL 1] // NUREMBERG AND OTHER PLACES [TEIL 2][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dirk Palm: "Wir sind doch Brüder!": Der evangelische Kirchentag und die deutsche Frage 1949−1961. Vandenhoeck & Rupprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-55736-1, S. 339
  2. http://www.museeprotestant.org/Pages/Notices.php?scatid=146&noticeid=681&lev=2&cim=678&Lget=DE
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 1. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ekd.de
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 19. Februar 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cine-holocaust.de

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